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Abb.:Stich von Karl Mayer nach einer Zeichnung von J.B. Zwecker

Peter Schlemihls
wundersame Geschichte

von Adelbert von Chamisso (1781 – 1838)


Eine musikalische Lesung


Die Erzählung

Den Sommer und Herbst 1813 verbrachte Adelbert von Chamisso auf Einladung des Grafen Peter Alexander von Itzenplitz in Cunersdorf. Der französische Migrant fand dort Zuflucht vor dem angespannten Weltgeschehen. Im Schatten der Befreiungskriege gegen die französische Hegemonie schrieb er die faustische Novelle „Peter Schlemihls wundersame Geschichte“, die zum Kanon der deutschen Literatur gehört.

Nach einer Seereise sucht der junge Peter Schlemihl mit einem Empfehlungsschreiben ausgestattet das Haus des reichen Kaufmannes John auf. Dort begegnet er einem merkwürdigen grauen Mann, der aus seiner Tasche allerlei Begehrlichkeiten hervorzaubert: ein Fernrohr, einen türkischen Teppich, ein Zelt, sogar drei herrliche Reitpferde mit Zaumzeug und Sattel. Die zwielichtige Gestalt wendet sich dem ärmlichen jungen Mann zu und schmeichelt seinem herrlichen Schatten. Er offeriert ihm einen Tauschhandel, der Schlemihl plötzlichen und unerschöpflichen Reichtum verspricht. Leichtfertig geht Schlemihl auf die Offerte ein und tauscht seinen Schatten gegen ein „Glückssäckerl“ ein. Jedoch erweist sich das Geschäft mit dem Teufel bald als verhängnisvoll ...

Als Schattenloser wird Schlemihl zum verachteten Paria der Gesellschaft, dem sein Reichtum nichts nützt, weil ihm Liebe und Zuneigung verwehrt werden.

Der Autor

Im Mai 1796 zieht die Familie de Chamissot aus der Champagne nach Berlin – adlige Migranten auf der Flucht vor der französischen Revolution. Eines der Kinder, der damals 15jährige Louis Charles Adélaïde, wird später als „deutscher Dichter“ Adelbert von Chamisso in die Literaturgeschichte eingehen. Die Suche nach Heimat zieht sich fortan durch sein Leben. „Ich bin Franzose in Deutschland und Deutscher in Frankreich, Katholik bei den Protestanten, Protestant bei den Katholiken, Jakobiner bei den Aristokraten und bei den Demokraten ein Adliger... Nirgends gehöre ich hin, überall bin ich der Fremde.“

Sein literarischer Erfolg beginnt 1813 mit „Peter Schlemihls wundersame Geschichte“ der Erzählung vom Mann, der seinen Schatten verkauft. Von 1815 bis 1818 unternimmt er auf einem russischen Expeditionsschiff eine Reise um die Welt, die ihn u.a. nach Brasilien, Chile, Alaska, San Francisco, Hawaii und in die Südsee führt. 1819 heiratet er Antonie Piaste und hat mit ihr sechs Kinder. In den 1830er Jahren gehört Chamisso zum Kreis der Berliner Geistesgrößen. Mit gleicher Leidenschaft widmet er sich der Naturwissenschaft, wird Leiter des Herbariums des Botanischen Gartens in Berlin-Schöneberg und Autor vieler naturwissenschaftlicher Werke.

1838 stirbt der Weltreisende, der sich lange Zeit ruhelos zwischen den Kulturen und Grenzen bewegte in Berlin.

Besetzung

Vortragender

Phillip Sponbiel

Musik

Liv Solveig Wagner

Produktion

Künstlerische Leitung, Regie

Elena Brückner

Technische Leitung, Logistik

Gernot Ernst

Finanzen /
Öffentlichkeitsarbeit

Sigrid Riesberg

Öffentlichkeitsarbeit

Erika Hommel

Internetpräsenz

Hanns-Peter Ermert

Grafikdesign

Nghia Nuyen

Wir danken:

Förderkreis Alte Kirchen in Berlin-Brandenburg e.V.
Haus der Kulturen der Welt
Mirko Köhler