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Pressetext

Tournee 2011 vom 20. August bis 28. Oktober 2011 an 17 Spielorten


Der zerbrochne Krug
Lustspiel in Versen von Heinrich von Kleist (1777 – 1811)

in der Bearbeitung und Inszenierung von Heidi Walier


Ein Dorf bei Utrecht im 18. Jahrhundert: Seinen sinnlichen Begierden haltlos verfallen, möchte der Dorfrichter Adam das schöne Evchen verführen, deren Verlobter Ruprecht nach Adams Angaben angeblich zum Militärdienst in Ostindien einberufen wurde. Da jedoch die meisten Eingezogenen nicht mit dem Leben davonkämen, wie der listige Adam ihr gegenüber betont, könne Ruprecht nur durch eine Freistellung des Dorfrichters höchstselbst gerettet werden.


Eves Zwangslage ausnutzend, schleicht sich der lüsterne Schürzenjäger des Nachts in ihre Schlafkammer, wird aber von Ruprecht überrascht und reißt bei seiner Flucht durchs Kammerfenster den kostbaren Krug von Eves Mutter vom Gesims. Diese erhebt wegen des zerbrochenen Kruges Anklage. Ausgerechnet Adam, der sich unerkannt glaubt bei seiner hastigen Flucht aus der Kammer, soll nun das Gerichtsverfahren durchführen – wie es der Zufall will, unter dem strengen Blick des Gerichtsrats Walter, der sich gerade auf einer Inspektionsreise befindet.


Mit einer Fülle von Ausreden und Lügen versucht Adam, den Verdacht von sich zu lenken, versteigt sich sogar dazu, den Teufel als Täter ins Spiel zu bringen. Und als er zuletzt auch vor einem bewußten Fehlurteil nicht zurückschreckt und Ruprecht Bestrafung droht, bricht die junge Eve endlich ihr Schweigen . . .


Der zerbrochne Krug
von Heinrich von Kleist (1777 – 1811) behandelt ein grandioses Komödienthema: Der Schuldige auf dem Richterstuhl, ungewollt sich selbst als Täter entlarvend. Durch die Hintertür des Lustspiels nähert sich Kleist seinen Grundthemen, den Konflikten von Ich und Wirklichkeit, von Wunsch und Realität, von Individuum und Gesellschaft, in seinen Stücken häufig verkörpert von Menschen, die wie vor einem Tribunal in Frage und Verhör stehen, wobei immer auch die vermeintliche Ordnung der Gesetze in ihrem Scheinwesen entlarvt wird.
Doch Kleist selbst tritt dem nicht als moralischer Richter gegenüber, sondern als verstehender Mensch.


Das Stück

Ein Kupferstich gab 1802 in Bern den Anlaß zu einem poetischen Wettstreit zwischen Kleist, Zschokke, Ludwig Wieland und Heinrich Geßner. Drei Szenen hat Kleist 1803 diktiert, das Stück dann 1806 in Königsberg vollendet. Gedruckt vorliegend seit 1811.
Uraufgeführt 1808 in Weimar unter Goethes Direktion. Ein Mißerfolg, auch durch Goethes Eingriffe, der das Stück zur Aufführung in drei Akte aufteilte. Abfällige Rezension: derb-komischer Realismus im bäurischen Milieu, eine Schenkenszene, welche die Schicklichkeit gefährde.

Erste erfolgreiche Aufführung am 28.9.1820 in Hamburg.
Verfilmung: Der zerbrochene Krug 1937 mit Emil Jannings, Regie: Gustav Ucicki

Heinrich von Kleist

Geb. 18.10.1777 in Frankfurt/Oder

Selbstmord am 21.11.1811 mit Henriette Vogel am Ufer des Wannsees

Grabinschrift: »Er suchte hier den Tod und fand Unsterblichkeit«

 

 

 

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Premiere 2011

Der zerbrochne Krug, Premiere in Neu Zittau am 20.8.2011

Fotos: H.-P. Ermert, A. Wiener

Probenfotos 2011

Der zerbrochne Krug, Probe in Neu Zittau am 18.08.2011

Der zerbrochne Krug, Probe in Neu Zittau am 12.08.2011

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